Sucre - Die weiße Stadt Boliviens

In der Kolonialpracht der Stadt Sucre fühlt man sich wie in Andalusien. Die weißgetünchten Häuserfassaden und die entspannte Atmosphäre in den Gassen der Stadt, laden zum Verweilen ein. Wenn man vorher durch das Hochland gereist ist, so genießt man hier in 2790 m Höhe das warme und freundliche Klima.




Sucre ist die verfassungsmäßige Hauptstadt Boliviens. Mehr als der Oberste Gerichtshof ist hier nicht mehr zu finden. Alles andere wird von La Paz aus geregelt. Die Einwohner der Stadt, die Sucrenses, legen viel Wert darauf, dass die Stadt das Herz des Landes ist. Dieser Stolz stammt aus der Geschichte Boliviens. 1538 von den Spaniern als „Stadt des Silbers von Neu-Toledo“ gegründet, gewann Sucre ebenfalls an Bedeutung als Potosí seine Blütezeit erlebte. In dem gemäßigten Klima, wurden die Lebensmittel für die Hochland-Bewohner angebaut. Im 17. Jahrhundert gründete sich hier eine der ersten Universitäten Südamerikas. Auch heute wird die Atmosphäre der Universitätsstadt vom Leben der Studenten bestimmt. Besonders wichtig war das Jahr 1809 für die Stadt, als hier der General Don Antonio José de Sucre den Kampf um die Unabhängigkeit Boliviens begann. Ihm zu Ehren erhielt die Stadt auch ihren neuen Namen.

Die Ciudad Blanca gilt als die schönste Stadt Boliviens und ebenso als die besterhaltenste Kolonialstadt Südamerika. Deshalb wurde sie 1992 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Sie hat einiges an schönen Gebäuden und anderen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wie in vielen anderen Städten ist auch hier die zentrale Plaza der Hauptanziehungspunkt. Hier findet das Leben der Einwohner statt. Dort findet das Leben der Einwohner statt und es reihen sich die Kathedrale und schöne Kolonialhäuser, wie die Casa de la Libertad mit ihrem Museum, sowie den ehemaligen Regierungspalast, an. Sonst kann man in Sucre zahlreiche wunderschöne Kirchen und Konvente besichtigen oder sich in einem der Museen zur Geschichte der Stadt, des Landes und der Einwohnern informieren.




Die Umgebung von Sucre

Auch außerhalb von Sucre kann man auf Erkundungstour gehen und interessante Entdeckungen machen.

Der wohl beliebteste und außergewöhnlichste Ausflug führt zu den Dinosaurierspuren im Kalksteinbruch Cal Orck’o. In der Region wurden 5000 Fußabdrücke von 300 verschiedenen Tieren entdeckt. Im Kalksteinbruch findet man davon bereits 200 Spuren. Es ist eine der wichtigsten paläontologischen Fundstellen Südamerikas, wenn nicht sogar weltweit. Dino-Fans reisen an, um sich auf einer Tour mit dem Dino-Truck anhand der Spuren und einiger Plastikdinos vorzustellen wie die Kreaturen einst wohl miteinander gelebt und gekämpft haben. Die Verwitterung sowie die Erschütterungen setzen der historischen Stätte zu. Verschiedene Institute, aber auch die UNESCO haben sich bereit erklärt die Funde zu retten und hoffen auch, dass ein neuer Tourismuszweig entsteht, der beim Schutz dieser einzigartigen Spuren hilft.

Wer aktiv sein möchte, der findet 25 km nordwestlich von Sucre im Bergmassiv Cordillera de los Frailes schöne Trekking- und Wandertouren durch bizarre Fels- und Naturlandschaften, vorbei an tollen Sehenswürdigkeiten wie den Steinkapellen, Felszeichnungen und Dinosaurier-Spuren. Hier ist das traditionelle Land der Jal’qa-Indianer. Längere Touren von drei bis sechs Tagen bucht man in Sucre.

Auch andere Aktivitäten wie Reiten, Mountainbiking oder Paragliding lassen sich hier gut ausüben.

Einen weiteren wunderschönen Ausflug kann man ins 65 km südöstlich gelegene Tarabuco unternehmen. In diesen kleinen Ort strömen jeden Sonntag viele Menschen, um am bunten Markttreiben teilzunehmen. Hier finden die Einwohner der Region alles, was sie zum täglichen Bedarf benötigen. Die Campesinos kommen in ihren traditionellen Kleidungsstücke, die bereits mehrere Jahrhunderte alte Muster aufweisen und bereits von ihren Vorfahren, den Inkas, getragen wurden. Auch ihre Sprache, das Quechua, blieb erhalten. Der Markt zieht viele Touristen an, sodass man ein riesiges Angebot an Kunsthandwerk und ganz sicher ein Andenken findet, aber eben leider einen hohen Touristen-Preis zahlt.

Immer am 12. März jedes Jahres findet in Tarabuco, so etwas wie ein zweiter Karneval statt, bei dem auch die erhalten gebliebene Musik sowie die Tänze aus der Inkazeit vorgeführt werden. Höhepunkt ist dabei der Kriegstanz Phujllay, der zu Ehren der gewonnen Schlacht gegen die Spanier 1816 vollführt wird. Im Oktober gibt es eine kleinere Version bei der Fiesta de la Virgen del Rosario.












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