Potosí - Die einst reichste Stadt der Welt

Einst war Potosí die reichste Stadt der Welt. Über mehrere Jahrhunderte. Heute ist sie zumindest noch immer die höchstgelegene Stadt der Welt, aber eine sehr arme. Die traditionelle Minenarbeit ist bis heute erhalten geblieben und sichert auch heute noch das Einkommen der Einwohner der Stadt.




1545 wurde die 4067 m hoch gelegene Stadt von den Spaniern gegründet, als hier der Silberberg „Cerro Rico“ (reicher Berg) entdeckt wurde. Er liegt weitere 800 m höher als die Stadt und ist von jeder Seite aus sichtbar. Der kegelförmige Berg mit den verborgenen Schätzen der Edelmetalle Silber, Zinn und Zink, machte Potosí zur Schatzkammer Lateinamerikas. Noch heute zeugen Redewendungen in Spanien vom Reichtum dieser Stadt, deren Silber fast komplett in das Mutterland der einstigen Kolonie gebracht worden war und etwa 25% der Einnahmen Spaniens ausmachte.

Außer dem reichen Berg gibt es in der Region nichts zu tun für die Bevölkerung – aufgrund des Klimas und dem kargen Boden gedeihen Lebensmittel nur schlecht, es gibt keine Industrie und die nächsten Ortschaften sind weit entfernt. Und so leben die meisten Einwohner von den letzten Resten an Zinn- und Zinkerzen, die sie unter lebensfeindlichen Bedingungen aus dem durchlöcherten Berg schürfen. Auch die Touristen kommen, um sich die Arbeit und das Leben in den Minen anzuschauen. Dennoch verfügt Potosí über wunderschöne koloniale Häuser, eine gut erhaltene koloniale Stadtstruktur sowie 36 barocke Kirchen. Aufgrund dessen wurde die Stadt von der UNESCO 1987 zum Weltkulturerbe ernannt. Doch das hilft nicht über die Armut, des einst reichsten Ortes der Welt hinweg.

Am interessantesten sind somit die zahlreichen Kirchen der Stadt. Auch die Casa de la Moneda, einst das wichtigste Gebäude Potosís bei der Prägung der Münzen aus dem gewonnen Silber, ist einen Besuch wert.

Hauptattraktion ist der Kegelberg und die Minen, in die man mit einer geführten Tour hineinlaufen kann. In der Stadt kauft man Kokablätter, Tee und Kekse, um sie den Minenarbeitern als Geschenk mitzubringen. Für die indianischen Einwohner ist der Berg Segen und Fluch zugleich.

Die Einwohner Potosís feiern gern. So lohnt sich definitiv die Teilnahme an einem der zahlreichen bunten Feste, die über das ganze Jahr verteilt stattfinden. Auch auf den Märkten kauft man wunderschöne Andenken aus der Region.




In der Umgebung der Stadt gibt es nur wenige interessante Orte und Sehenswürdigkeiten. Einen Besuch wert sind die Thermalquellen und Lagunen. Am beliebtesten sind die Laguna de Tarapaya, auch Bano del Inka genannt, das Balneario Miraflores sowie die heißen Quellen von Chaqui.

Einige Zwischenstopps entlang der Strecke Potosí – Sucre empfehlen sich entlang der endloser Serpentinen durch die wunderschön bizarre Berglandschaft. Eine Vielzahl alter Minenbesitzern-Haciendas kann man hier sehen. Kleine Orte wie Betanzos laden zu einem Halt ein, da man hier den Markt besuchen kann oder sich die Felszeichnungen in den paläontologischen und archäologischen Fundstätten anschauen kann.












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