Salar de Uyuni & Umgebung

Die Salzwüste Salar de Uyuni im Südwesten Boliviens ist – die größte Salzfläche der Welt, die aufgrund der enormen Lithiumvorkommen und ihrer Schönheit die bekannteste Sehenswürdigkeit Boliviens. Hier sollte man unbedingt einen Tour-Stop einlegen. Der Rest des Südwestens bietet noch andere interessante Reiseziele.




Im Südwesten liegt das Kerngebiet des Altiplano – rau, kalt und wasser- sowie vegetationsarm. Einst gehörte diese Region ebenso zum großen Lago Ballivían, der später austrocknete und den Titicacasee sowie südlich zahlreiche Salzseen hinterließ. Der Größte davon war und ist der Salar de Uyuni.



– Anzeigen –




Wenn man von La Paz in Richtung Süden fährt, führt einen die Straße zuerst nach Caracollo, der Kreuzung, an der es entweder weiter gen Süden nach Oruro oder Uyuni oder weiter geht oder Richtung Südosten nach Cochabamba. Caracollo ist die sogenannte Welthauptstadt der Straßenblockaden für die Bolivien berühmt ist. Hat man Glück, fährt man hier aber weiter und gelangt nach einer Weile nach Oruro. Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Stadt gegründet, als in dieser Region zahlreiche Silbervorkommen entdeckt wurden. Im 20. Jahrhundert erlangte die Stadt mehr Ruhm und wuchs zu einem Minenzentrum an, in dem hauptsächlich Zinn gefördert wurde. Heute sind jedoch fast alle Minen geschlossen. In einige interessante kleine Museen bieten Informationen zur Minenarbeit damals und heute. In Vinto, etwa 8 km östlich von Oruro, bietet eine der größten Zinnschmelzen Südamerikas Besichtigungstouren an.

Die Stadt Oruro, die sich selbst als Folklorehauptstadt Boliviens bezeichnet, zelebriert den wohl bekanntesten, größten Karneval des Landes. Zwei Wochen lang ist während der Diablada der Teufel los und Zehntausende Besucher reisen an, um diesem Spektakel beizuwohnen. Seit 2001 zählt der Karneval von Oruro zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.

Wer doch etwas länger in Oruro verweilen möchte, kann sich die umliegenden Adobe-Dörfchen anschauen, Felszeichnungen entdecken oder in einer der umliegenden Thermalquellen entspannen. Auch ein Zwischenstopp am Lago Poopó oder ein Ausflug zu den Uru-Chipaya-Indianern sollte auf dem Weg Richtung Süden eingeplant werden.


Weiter westlich, entlang der chilenischen Grenze, verläuft eine Vulkankette. Dort befindet sich auch der höchste Berg Boliviens sowie gleichzeitig einer der höchsten Vulkane der Welt, der Nevada Sajama. Er thont im Nationalpark Sajama, dem ältesten Nationalpark Boliviens, welcher an den chilenischen Nationalpark Lauca, dem nördlichen Teil der Atacama-Wüste, anschließt. Der kegelförmige Sajama ist zweifelsohne der Höhepunkt des Parks. Dank seiner Form ist er von allen Seiten begehbar und damit ein sehr beliebtes Trekkingziel. Beim Aufstieg passiert man an seinen Flanken einen Wald aus Quenua-Bäumen, der höchstgelegene Wald Boliviens. Der vor mindestens 25.000 Jahren erloschene Vulkan gilt in den umliegenden Dörfern als Heiligtum.




Viermal pro Woche kann man von Oruro aus mit dem Zug entlang der schönsten Bahnstrecke Südamerikas fahren. Das Unternehmen Ferroviaria Andina (FCA) bietet saubere, angenehme Züge mit schmackhafter Kost im Speisewagen und einen traumhaft schönen Panoramablick auf das Hochland Boliviens. Die Route führt über Uyuni nach Atocha und Tupiza bis ins argentinische Villazón.
Die Mehrzahl der Reisenden beendet die Fahrt in Uyuni, um von hier aus den weltbekannten Salar de Uyuni zu besuchen. Das Dorf Uyuni bietet den beeindruckenden Lok- und Zugfriedhof Cementerio de Trenes sowie Hunderte von Touranbietern. Würde das Dorf nicht direkt an den Salar anschließen, wären die etwa 12.000 Einwohner sicher auch bereits woanders hingezogen und Uyuni wäre eine Geisterstadt. Nun kommen jedes Jahr Tausende Touristen und starten hier ihre mehrtägige Tour durch ein Landschaftsabenteuer der salzigen Art.


Die Tour in die 12.000 Quadratkilometer große Salzwüste auf 3660 m Höhe beginnt mit einem 4×4 Geländewagen in Uyuni. Rund ums Jahr kann der Salar besucht werden. In der Trockenzeit zeigt die Salzwüste ihr einzigartiges Bienenwabenmuster. In der Regenzeit, von November bis April, werden 10 Milliarden Tonnen Salz von einer dünnen Wasserschicht überzogen. Ganz gleich zu welcher Jahreszeit man kommt, der Salar wirkt immer wie ein riesiges, faszinierendes Meer mitten im Gebirge. Besucht werden bei fast allen Touren das ehemalige Salzhotel, welches heute als Museum dient, der Ort Colchani, an dem vermummte Männer Salzblöcke schlagen, die das Salz für den internationalen Markt liefern, die Insel Isla de Pescado (Incahuasi) mit ihren außergewöhnlichen Riesenkakteen sowie das Dorf San Juan, in dem übernachtet wird. Schlafen kann man während der Tour in sehr einfachen Unterkünften, die teilweise aus Salz gefertigt sind, mittlerweile aber auch in schicken Hotels, welche entlang der Strecke errichtet wurden. Bucht man nur eine Tagestour, kehrt man abends zurück nach Uyuni oder übernachtet am Rande des Salars in einem Salzhotel. Tipp!


Südlich an den Salar schließt sich eine zauberhafte Landschaft aus surrealen, erodierten Felsformationen, brodelten Geysirfeldern, farbenfrohen Lagunen und Scharen von rosafarbenen Flamingos an. Der überwiegende Teil dieser fragilen Landschaft gehört zum Naturreservat Reserva Eduardo Avaroa. Eine Vielzahl der Reisenden bucht eine mehrtägige Tour mit Fahrt durch dieses Gebiet. Nach dem ersten Tag im Salar, erkundet man am zweiten Tagen die blauen, roten und grünen Lagunen. Immer wieder erblickt man auch bizarre Felsstatuen, die von den eisigen Winden über die Jahre erschaffen wurden. Vicunas oder andere Tiere kreuzen den Weg und an den Lagunen tummeln sich hunderte Flamingos. Am Folgetag besucht man am Morgen das beeindruckende Geysirfeld Sol de Manana und zahlreiche Lagunen, in denen sich die Vulkane spiegeln. Im Anschluss kehrt die Reisende zurück nach Uyuni oder fährt weiter nach Chile oder Argentinien. Wenn man aus Chile oder Argentinien anreist, kann man die Tour einfach in umgekehrter Richtung durchführen.






Es ist definitiv empfehlenswert an einer organisierten Tour durch den Salar und den Nationalpark teilzunehmen. Erstens, weil man so mehr und detailliertere Informationen erhält und zweitens, weil die Fahrt über den Salar, unter dem sich überwiegend Wasser befindet, entlang genauer Wege fahren muss, damit man nicht einbricht. Auch in den übrigen Gebieten sollte man die Strecke gut kennen, da es keine ausgebauten Straßen und keine Beschilderungen zur Orientierung gibt.

Bedacht werden sollte die starken Temperaturschwankungen im Salar, von bis zu über 50 Kelvin, da hier Temperaturen zwischen 20°C am Tage und -30 °C in der Nacht auftreten. Denken Sie an warme Schichten der Bekleidung.










Anzeige: