Natur- und Umweltschutz in Bolivien

Auch in Bolivien sind bereits einige der verschiedenen Ökosysteme, von denen das Land mehrere Hunderte aufweist, gefährdet. Durch fortlaufendes Abbrennen, die Besiedlung anderer Regionen sowie die agrarische Nutzung der Gebiete, wurden viele Systeme bereits geschädigt.




Leider steigt z.B. auch in Bolivien die Abholzungsquote des Regenwaldes immer weiter. Zahlreiche Flächen werden vom Staat an Nutzholzunternehmen verkauft, aber auch für den Soja- und Coca-Anbau freigegeben und bringt Bolivien somit weltweit an die Spitze der Zahl offizieller Abholzungsbescheinigungen. Hinzukommen die Abholzungen für die Landwirtschaft und Feuerholzsammlung sowie leider auch immer mehr Waldbrände.

Andererseits führt Boliviens hohe Verschuldung auch dazu, dass der Umweltschutz immer weiter angeregt wird. Teilweise werden einige Schulden erlassen, wenn das Land im Gegenzug den Umweltschutz propagiert und weiter ausbaut. Dadurch wurden die Schutzgebiete bereits um mehrere hunderttausend Hektar vergrößert.

Dadurch, dass viele Regionen Boliviens jedoch relativ gering besiedelt sind und oftmals auch schwer zugänglich, aber auch, in diesem Falle, dank der langsamen wirtschaftlichen Entwicklung, hält sich die Zerstörung jedoch noch im Rahmen. Im Vergleich zu den Nachbarländern konnte sich Bolivien somit noch viel seines natürlichen Reichtums bewahren.






Wichtig ist es auch in Bolivien, dass die Bevölkerung immer weiter aufgeklärt werden muss, damit sie sich ihres Reichtums bewusst wird und diesen entsprechend schützen möchte. Vor allem hinsichtlich der Behandlung von Abfällen, z.B. dass diese nicht einfach aus dem Busfenster geworfen werden, muss intensiver aufgeklärt werden. Touristen sollten dahingehend eher ein Vorbild sein und ihren Müll ordnungsgemäß entsorgen, vor allem beim Wandern in der Natur.

Um einige der einzigartigen Naturräume und Spezies Boliviens zu schützen, werden seitens der Regierung immer mehr dieser Lebensräume zu Naturschutzgebieten erklärt. 1939 wurde der erste Nationalpark in Bolivien gegründet. Doch erst seit Anfang der Neunziger Jahre steigt das Bewusstsein zur Erhaltung der Natur bei den Bolivianern und wird seitdem verstärkt umgesetzt.







Derzeit verfügt Bolivien über 22 Schutzgebiete, darunter 13 Nationalparks. Dies entspricht etwa 15% der Landesfläche. Folgend eine kurze Auflistung der Nationalparks und Naturschutzgebiete Boliviens:







Weitere Naturreservate sind:

  • Nationales Schutzgebiet der Andenfauna Eduardo Avaroa
  • Nationales Schutzgebiet der Amazonaswälder Manuripi-Heath
  • Nationales Faunen- and Florenschutzgebiet Tariquía
  • Biologisches Schutzgebiet Cordillera de Sama
  • Naturschutzgebiet (Área Natural de Manejo Integrado) Apolobamba
  • Biosphärenreservat Beni (Estacion Biologico del Beni)
  • Biosphärenreservat Pilón Lajas
  • Área Natural de Manejo Integrado El Palmar
  • Área Natural de Manejo Integrado San Matias
  • Biosphärenreservat Ulla Ulla
  • Lagunas del Beni y Pando (Naturschutzgebiet)
  • Federico Roman (Naturschutzgebiet)
  • Cavernas El Repechón (Schutzgebiet)
  • Parque Regional Lomas de Arena
  • Río Grande Mascicuri (Waldreservat)

Hinzu kommen zahlreiche weitere Ökoregionen, die besonderen Schutz erfahren.



Verwaltet werden die Gebiete durch die SERNAP (Servicio Nacional de Áreas Protegidas). Leider fehlten bisher immer noch die entsprechenden Gelder ebenso wie die personellen Strukturen. Bisher unterstützten verschiedene private Träger und internationale Organisationen die Arbeit der staatlichen Nationalparkverwaltung.

Zukünftig soll der Tourismus ein wichtigeres Standbein werden und so mehr Gelder für den Schutz einbringen. Viele der Nationalparks liegen jedoch abseits der Routen und sind nur mit aufwendigen Expeditionen erreichbar. Andere hingegen werden bei bestimmten Touren zwangsläufig durchquert, so z.B. Parque Nacional Cotapata in den Yungas während des El Choro-Trails oder die Reserva Nacional de Fauna Eduardo Avaroa während der Touren im Salar de Uyuni, welche allerdings durch die günstigen Touren eher überrannt als geschützt wird. Weiterhin recht problemlos zu erreichen sind der Nationalpark Madidi, der über 11% aller Tier- und Pflanzenarten weltweit beheimatet, der Nationalpark Amboró bei Santa Cruz, der vor allem für Vogelliebhaber interessant ist, der Nationalpark Sajama, den man während wunderschönen Trekkingtouren erkunden kann, sowie der Nationalpark Toro Toro bei Cochabamba, der mit seinen Dinosaurierspuren interessante Fragen aufwirft.

Beim Besuch solcher einzigartigen Schutzgebiete sollte man sich als Reisender selbstverständlich respekt- und rücksichtsvoll gegenüber der Natur sowie den teilweise darin lebenden indigenen Gruppen verhalten.










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